Aus der Sicht der Schulleitung
Schuljahresanfangsrede
Liebe SEJler, liebe Studierende,
liebes Kollegium,
herzlich willkommen zum Beginn eines neuen Schuljahres.
Unser Anfangsimpuls stand unter zwei Begriffen, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten: federleicht und felsenfest.
Federleicht – das klingt nach Offenheit, Beweglichkeit und der Freiheit, Neues auszuprobieren. Nach der Bereitschaft, Gedanken schweben zu lassen, ungewohnte Wege zu erkunden und sich nicht von der Angst vor Fehlern bremsen zu lassen. Ein neues Schuljahr darf Leichtigkeit mit sich bringen: die Freude am Lernen, die Neugier auf das, was vor uns liegt, und den Mut, Dinge auch einmal anders zu machen.
Felsenfest – das steht für Halt, Verlässlichkeit und Verantwortung. Für die
Fähigkeit, auch dann an einer Sache festzuhalten, wenn sie anstrengend wird. Es bedeutet, sich Ziele zu setzen, Entscheidungen zu treffen und
Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen.
Beides gehört zusammen: Wir brauchen die Leichtigkeit, um Neues zu wagen, und die Festigkeit, um unseren Weg konsequent weiterzugehen. Wir dürfen beweglich bleiben, ohne beliebig zu werden. Wir dürfen uns verändern, ohne unsere Haltung aufzugeben.
Liebe Studierende, für Sie beginnt heute ein wichtiger neuer Abschnitt. Sie sind nicht mehr Schülerinnen und Schüler im klassischen Sinne. Sie haben sich bewusst für eine Berufsausbildung entschieden. Damit übernehmen Sie zunehmend Verantwortung für sich selbst, für Ihr Lernen und für Ihre
berufliche Zukunft.
John Dewey hat einmal gesagt: „Bildung ist nicht Vorbereitung auf das Leben; Bildung ist das Leben selbst.“ Ihre Ausbildung ist nicht lediglich eine
Zwischenstation auf dem Weg ins Berufsleben. Sie ist bereits ein Teil Ihres
Berufslebens – ein Raum, in dem Sie Verantwortung übernehmen, Erfahrungen sammeln und herausfinden, wer Sie werden möchten. Wir möchten Sie im nächsten Schuljahr mehr darin unterstützen, professionell zu handeln:
Deshalb haben wir neue Medienregeln aufgestellt, die bestimmt auf ein
sehr geteiltes Echo gestoßen sind. Uns ist es wichtig, den Unterricht
wieder leichter zu gestalten und nicht ständig darauf hinzuweisen, doch
das Handy einzupacken, aufzuhören mit dem Tablet im Netz zu surfen.
Auch im professionellen Kontext, während Praktika haben Sie sicher
nicht ständig das Handy an der Frau oder am Mann und liegen nicht
dauernd Kabel quer im Raum, wenn Endgeräte geladen werden müssen.
Den Gong lassen wir bis zu den Weihnachtsferien ausgeschaltet, um zu
sehen, wie gut Sie und wir uns auch ohne ständige Ermahnung
organisieren können. Auf der Arbeit wird auch nicht ständig gegongt,
sondern man ist selbst für die Aufnahme verantwortlich
Es herrscht bei uns Anwesenheitspflicht. Sie bekommen fast alle ein
Gehalt (SEJ und BP) oder Bafög – das heißt, Sie werden für Ihre Arbeit
bezahlt. Erkrankungen sind anzuzeigen, Beurlaubungen rechtzeitig zu
beantragen. Abwesenheit wird durchgängig im Schulmanager erfasst.
Dies müssen wir auch an das Bafögamt weiterleiten. Ab einer Fehlzeit
von 30% kann das Amt eine Rückzahlung des Bafögs verlangen. Wir
werden uns in Zukunft vorbehalten ab einer Fehlzeit von 20% für jedes
Fehlen eine AU – eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu verlangen.
Wir möchten Theorie und Praxis mehr zusammendenken. Überlegen Sie
doch gerne in jeder Stunde: für was brauche ich diesen Inhalt in der
Praxis, wie kann er mich in meinem professionellen Tun unterstützen.
Was habe ich heute für meinen Beruf oder auch für mein Leben gelernt?
– Wirken durch Wissen
Ich möchte Sie ermutigen, sich auf diesen Prozess einzulassen: Seien Sie
federleicht genug, um Fragen zu stellen, Perspektiven zu wechseln und Neues zu versuchen. Und seien Sie felsenfest genug, um Verantwortung zu
übernehmen, sich an Regeln zu halten und aus Herausforderungen zu lernen.
Auch für uns als Kollegium ist dieses Schuljahr eine Einladung, Bewährtes
weiterzuführen und zugleich offen für neue Wege zu bleiben. Wir wollen in
diesem Schuljahr herausfinden, wie unsere Arbeit von außen wahrgenommen wird. Vier Externe Evaluatorinnen werden Interviews führen – auch mit Studierenden -, den Unterricht besuchen und unsere Abläufe und Planungen von außen betrachten. Wir sind sehr gespannt auf die Rückmeldungen.
Möge dieses Schuljahr daher von Mut, Offenheit und gegenseitigem
Vertrauen geprägt sein – und von der Bereitschaft – federleicht und felsenfest – gemeinsam neue und alte Wege zu gehen.